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Archive for Februar 2014

    Wo sind sie geblieben, deine Leidenschaften?

    Wo das Feuer, die Begeisterung, der ungestüme, freie Geist?

    Irgendwo unterwegs musst du sie verloren haben,

    in den Weiten des Alltags,

    unter der Last der Verantwortung,

    im Hamsterrad der Arbeit.

    Fortgewaschen von den unerbittlichen Gezeiten einer grauen Welt,

    zerrieben, langsam und stetig, so daß es dir kaum auffiel.

    Jetzt stehen da nur noch unkenntliche Ruinen,

    Schatten deiner Träume, auf Sand gebaut, schief und traurig ragen sie in die Wolken.

    Ein fernes Echo hallt des nachts in deinen Träumen wider,

    eine Art dumpfer Schmerz.

    Er erinnert dich an Zeiten, in denen du sicher warst:

    „Das Leben meint es gut mit mir,

    solange ich niemals aufgebe“.

    Heute weißt du: Das war deine Jugend, und du warst eine hoffnungslose Träumerin.

    Aber das Leben unterwirft sich nicht den Wünschen der Menschen.

    Also, wo sind sie geblieben, die Träume deiner Jugend?

    Abgestürzt, in den Abgrund zwischen Hier und Dort

    vom Weg abgekommen,  verirrt in einer kalten Welt,

    die so anders ist, als die, von der du träumtest als Kind?

    Jetzt ertränkst du deine Seele in Bitterkeit,

    in all den Ach,-hätte -ich’s, ach, wäre ich’s, ach, wenn ich bloß damals…“

    Ja, was? Nur stärker gewesen wärst, schneller, widerstandsfähiger, überzeugender und ausdauernder….?

    Heute, im düsteren Dschungel aus Selbstvorwürfen und dem Bedauern über so viel verlorene Zeit,

    wünschst du mir manchmal diese hemmungslose Begeisterung zurück?

    Die Überzeugung, das „wo eine Wille, da ein Weg“. die Leidenschaft, für etwas zu kämpfen…und zu wissen: Dafür lebe ich?

    Aber sie lässt sich nicht mehr blicken, die Begeisterung, und die Kraft, die in ihr steckt, bleibt dir verwehrt.

    Deine Tage sind schal geworden, nicht wahr?

    Die Angst ist eingezogen, sie macht sich breit, sie lauert dir auf, wenn du den Geschirrspüler einräumst,

    sie flüstert dir aus dem Kühlschrank entgegen, sie geht mit dir zu Bett, sie wohnt in deinem Kleiderschrank.

    Tick tack, singt sie, wieder geht ein Jahr, tick tack, wie lange hast Du noch, tick tack, dein Leben ist be-lang-los, und ein und zwei und drei, wann ist es wohl vorbei…

    Du siehst sie in den Falten um deine Augen, du siehst sie in jedem Kilo, dass du zuviel herumschleppst, du siehst sie in deinem alternden Hund.

    Du bist müde. So wolltest du niemals leben. „Na, werden wir jetzt endlich realistisch,“ flüstert die Angst, „hast du endlich kapiert, daß das Leben kein Wunschkonzert ist?“

    Was bleibt ohne Leidenschaften, ohne Begeisterung? Wer bist Du, jenseits Deiner Träume?

    Was bleibt, jenseits der Träume?

     

    Meine Antwort ist noch klein und unbeholfen, sie klingt leise aber ich hoffe, sie wird wachsen und an Stimme gewinnen.

    Ich hoffe, dass  die Bitterkeit allmählich versickert, dass die Erde sie schweigend und großmütig aufnimmt, sie zersetzt und umwandelt in fruchtbaren Boden, in den ich Blumen säen kann.

    Ich hoffe, daß mein Blick sich allmählich schärft für die kleinen Dinge jenseits der Goßen Träume, jener Blick für das Lächeln eines Kindes, jener für meine blühende Rose.

    Ich hoffe, daß Dankbarkeit Einzug halten wird, Dankbarkeit für die großartigen Kleinigkeiten des Alltages, für die zartgrünen ersten Birkenblüter, für das duftende Stückchen Apfelkuchen.

    Ich hoffe, daß ich eines Tages atmen kann, ohne das schneidende Bedauern über den Verlust meiner Träume zu spüren, ohne diese Traurigkeit, ohne dieses Gefühl, etwas wichtiges verloren zu haben. Atmen, und nur die klare, frische Luft eines Frühlingsmorgens spüren…

    Ich hoffe, daß ich eines Tages einschlafen kann, mit einem Lächeln statt der Angst in meinem Gesicht..und dass mein Schlaf ruhig und friedlich sein wird.

    Und ich hoffe, daß ich eines Tages in den Spiegel blicke, und einen Menschen darin erkenne, der den Mut hat, von ganzem Herzen zu leben, auch jenseits seiner Träume.
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